Tagesspiegel vom 9.9.2017: Gemeinsame Sache in Friedrichshain-Kreuzberg 2017

Mit Regenbogen und Tanztee für einen schöneren Kiez

Milan Ziebula

 

Die ehrenamtlichen Helfer aus der Nachbarschaft stehen vor der ersten fertigen Bank für den "Platz ohne Namen" in Friedrichshain-Kreuzberg.  Foto: Milan Ziebula


Die ehrenamtlichen Helfer aus der Nachbarschaft stehen vor der ersten fertigen Bank
Foto: Milan Ziebula

Kiezgemeinschaft gestaltet Platz der Begegnung

Es nieselt, aber das macht den etwa 20 Menschen nichts, die auf dem “Platz ohne Namen” fegen, bohren, kochen, planen und plaudern. Seit 14:00 Uhr gestaltet am Freitag hier Jung und Alt den Ort in der Falckensteinstraße in Friedrichshain-Kreuzberg.

Es entstehen drei Sitzgelegenheiten aus je sieben Europaletten. Die Bänke werden ab heute drei der alten Kastanien am Eingang zur Falckensteinstraße umschlingen.

Auf dem Boden sollen, mit permanenter Straßenfarbe gezogene Linien und Bögen, den Raum neu strukturieren. Schon jetzt schlängeln sich die ersten Passanten auf ihren Rädern durch einen Fahrradparcours, der mit Kreide auf dem Boden skizziert wurde.

 

Luke, ein ehrenamtlicher Helfer aus der Nachbarschaft, zeigt Bezirksbügermeisterin Monika Hermann die Pläne für eine permanente Bemalung auf dem Asphaltboden des "Platz ohne Namen" in Friedrichshain-Kreuzberg. Foto: Milan Ziebula

Luke, ein ehrenamtlicher Helfer aus der Nachbarschaft, zeigt Bezirksbügermeisterin Monika Hermann die Pläne.
Foto: Milan Ziebula

Bezirksbürgermeisterin Monika Hermann (Grüne) schwingt mit Freiwilligen aus der Nachbarschaft den Rechen, um den Platz von altem Laub und Pappbecher, die in den Ecken liegen, zu befreien.

Organisiert wird die Aktion vom Familien- und Nachbarschaftszentrum Wrangelkiez.

„Snipper“ und Kuchen im Mehrgenerationenhaus

Neben einer Obstschale warten vorbereitete Teller mit je einem halben Stück Erdbeer- und Pflaumenkuchen. Oben drauf Sahne. Gut ein Dutzend Kinder türkischer arabischer, deutscher portugiesischer und spanischer Muttersprache, warten, dass es endlich losgeht mit der Vesper.

Seit 15 Uhr haben sie am Freitag im Rahmen des Aktionstages für ein schönes Berlin im Mehrgenerationenhaus Wassertor in Kreuzberg Papier geschnitten, angemalt und zu einem kleinen Papierspielzeug gefaltet.

Ein neunjähriges Mädchen aus dem Mehrgenerationenhaus zeigt einen bunter "Snipper". Foto: Milan Ziebula

Ein neunjähriges Mädchen aus dem Mehrgenerationenhaus zeigt einen bunter „Snipper“.
Foto: Milan Ziebula

 

Dieses kann man so bewegen, dass im Wechsel mehrere Muster zu sehen sind. “Snipper” sagt ein neunjähriges Mädchen, das in die vierte Klasse geht, dazu.

Organisiert wird die Aktion vom Mehrgenerationenhaus Wassertor. Ehrenamtliche aus der Nachbarschaft und ehrenamtliche Mitarbeiter des Mehrgenerationenhaus haben beim Aufbau der Bastelaktion und beim Anrichten des Kuchens geholfen. Dieser wurde mit Spendenmitteln gekauft.

Fahrradfahren statt Schwarzfahren

“Nur ein altes Fahrrad wurde heute abgegeben. Aber es sind ein paar Leute stehen geblieben, um sich zu informieren wo und wann sie ihre alten Räder bei uns abgeben können”, resümiert Jürgen Horn, Leiter des Kultur- und Sozialzentrums Gitschiner 15 das Ergebnis seines zweieinhalbstündigen mobilen Einsatzes im Rahmen des Aktionstages für ein schönes Berlin im Hof der Ritterstraße 11.

Sein Blick ruht auf einem staubigen, grauen Damenrad. Menschen, die obdachlos sind, im betreuten Wohnen leben, Hartz IV beziehen oder anderweitig prekär wohnen, können seit dem Jahr 2000 in einer Selbsthilfewerkstatt Fahrräder aufmöbeln, die sie gegen Spende erwerben und behalten könnnen. „Wir geben den Menschen, die kommen, damit die Möglichkeit, nicht im öffentlichen Nahverkehr schwarzfahren zu müssen.“

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